Auf der Suche nach dem Storch

Wieder was gelernt. Auf der Suche nach einer Hebamme musste ich mit Erstaunen feststellen, dass die Hebammen nur mit bestimmten Ärzten zusammenarbeiten. Es gibt also Frauenarztpraxen, die haben eine oder mehrere Hebammen und es gibt Praxen, die keine haben. Dreimal dürft ihr raten, zu welcher Sorte meine gehört :-(. Nun ist es aber so, dass ich gerne eine Hebamme bei der Geburt dabei haben will. Außerdem planen wir, das Alternative Geburtszentrum in Anspruch zu nehmen (etwa wie ein Geburtshaus in Deutschland, nur in viel, viel kleinerem Maßstab. Mehr ein Geburtszimmer). Dort dürfen aber nur Hebammen entbinden, keine Ärzte. Daher wechsle ich jetzt eben nochmal die Praxis, auch wenn ich im Sommer schonmal den Arzt gewechselt hab.

Das erste Gespräch bei der Hebamme hat mich allerdings vollends überzeugt. Während mein Arzt (siehe hier) bisher aus jedem Pups eine eventuelle Komplikation gemacht hat, war die Hebamme sehr viel positiver. Nur mal so als Beispiel: die Ärztin hat den Bauch gemessen und mir erklärt, ich hätte mit 55 cm 2 cm zu viel und das könnte auf ein zu großes Kind hindeuten und wir sollten lieber noch einen Ultraschall machen. Was sie nicht angesprochen hat: der kleine Ami hat bei der Messung den Poppes rausgestreckt und den Hubbel hat sie natürlich mitgemessen. Die Hebamme hat bei ihrer Messung 1 Woche später zwei cm weniger gemessen (53 cm ohne Popo), meinte dass der Wert vollkommen in Ordnung ist und dass +/- 2 cm innerhalb der Norm sind. Sie sehe auf einen Blick, dass ich kein zu grosses Kind habe und meinte, ein Ultraschall so spät in der Schwangerschaft hätte eh kaum Aussagekraft und wäre damit eine unnötige Ausgabe (Nachtigall, ick hör dir trapsen). Auch was unsere Pläne fuer die Geburt angeht, fand ich sie viel aufgeschlossener als meinen Arzt. Der hat bei jedem Wunsch sofort Situation aufgezählt, warum und weshalb das evtl. nicht geht. Mir ist das vollkommen klar, niemand ist vor Komplikationen gefeit, aber Vertrauen in meine Fähigkeiten wäre mir lieber gewesen. Aber so ist das wohl im Land der Millionenklagen, da will kein Arzt ein Risiko eingehen. Kein Wunder, dass hier fast nur mit vollem technischen Einsatz entbunden wird (wenn nicht gleich zum Kaiserschnitt geraten wird). Denn wenn was schief geht, hat der Arzt im Zweifelsfall ’ne fette Klage am Hals, auch wenn es manchmal einfach nur Schicksal ist.

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4 Antworten zu Auf der Suche nach dem Storch

  1. iTanni schreibt:

    ich finde das es mittlerweile überall total übertrieben wird. Der Mensch wäre längst ausgestorben, hätte er das einfachste nicht irgendwie bewerkstelligt. Man stelle sich doch mal die Zeit vor, als es noch keine Messer und so gab. Und dann? Die Affen beißen die Nabelschnur durch, teilweise essen sie die Nachgeburt. Heute gleicht Kinderkriegen einer 9monatigen Krankheit die nur mit Ärtzen und manchmal sogar gewünschter OP beendet werden kann. Alles seinem Lauf lassen ist die Beste Art, es sei denn das Kind ist 3m zu groß und passt garantiert nicht durch den Geburtskanal. Das kann ich dann verstehen. Aber ansonten käme bei mir nur eine Hebamme in Frage. Amiland ist halt dohv mit der Verklagerei.

    • Word! 9-monatige Krankheit, genau das war das Gefühl, dass mich am Ende beschlichen hat. Keine Ahnung, ob es nur an der Angst vor Klagen lag oder auch finanziell motiviert war. Eine „normale“ Geburt bringt viel weniger ein als eine Risikoschwangerschaft oder ein Kaiserschnitt.

  2. Anonymous schreibt:

    Der Storch …
    Da bin ich ja auf den Erfahrungsbericht gespannt.

    Gruß.
    ps: Kant kann rechnen: –  [= √] . Was beim Lesen einem alles unterkommt, unglaublich!

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