Der verschwundene Leguan – Teil I

Eine Studentin bei mir im Lab wollte diese Woche Daten für ihre Masterarbeit aufnehmen. Die Hauptrolle sollte dabei eine tote Echse spielen. Meine Aufgabe dabei war es, das gefrorene Tier aus dem Tiefkühlschrank zu holen und in einem Waschbecken über Nacht auftauen lassen. Wer schon mal den Tiefkühlschrank eines Naturkundemuseums gesehen hat, der weiß, daß in diesen Schränken alles zu finden ist – nur keine Ordnung. Meine Echse lag in einem Kühlschrank (eher -raum), der theoretisch begehbar, praktisch allerdings bis zum Rand gefüllt war. Also, Tür auf, versuchen, einen Fuß zwischen den Kisten und Tüten auf den Boden zu bekommen, vortasten bis in die Ecke, in der der richtige Beutel liegt.

Rumms!

OK, das war die Tür. Keine Panik schieben, diese Türen gehen immer von innen auf. Die haben innen nicht mal eine Klinke. Außerdem hatte ich wohlweislich die Winterjacke angezogen. Richtige Tüte in dem Chaos finden und Rückmarsch zur Tür.

Mist, Tür geht nicht auf.
Shit!

Für einige panikerfüllte Sekunden sah ich mich schon im Keller zwischen Tierkadavern bei -20 Grad übernachten, bis dann das Großhirn wieder die Kontrolle übernahm und bemerkte, daß man doch bitteschön auf der richtigen Seite der Tür drücken sollte. Merke: um eine Stahltür zu bewegen, immer mit größtmöglichem Hebel ansetzen – 20 cm neben dem Scharnier drücken ist eher ungünstig.

Nachdem sowohl ich als auch die Echse draußen war, hab ich sie noch schnell in ein Waschbecken gepackt und ab nach Hause. Am nächsten Morgen dann die große Überraschung: die Echse ist weg. Wer klaut denn bitteschön eine tote Echse in einer schwarzen Mülltüte? War evtl. die Putzfrau etwas überkorrekt?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Arbeit, seltsames abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Der verschwundene Leguan – Teil I

  1. Betti schreibt:

    Gut dass unser Gefrierschrank/raum so voll is, dass man nicht mehr so weit reingehen kann, dass die Tür zu fällt 🙂

    Jaja, die guten Putzfrauen… Da gibts doch auch die Geschichte, wo eine solche wertvolle Kotproben entsorgt hat 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s