Wochenende

So, nach dem trockenen Bericht wieder was für alle. Wie ihr seht, beherrsche ich mittlerweile die Shortcuts zu den Umlauten: ä, Ü, ß 😉 Liest sich doch gleich viel besser! Am Wochenende bin ich mit meiner Chefin und ihrem Mann beim American Football gewesen: Brown gegen Columbia (New York). Es war wie im Kino: Knackige junge Männer in körperbetonenden Trikots (ich kann die Faszination für Footballspieler echt nachvollziehen) kämpeln auf dem Spielfeld um ein großes Ei. Im Gegensatz zum Fußball gibt es ständig Spielunterbrechungen (ok, die gibt es beim Fußball auch, aber nicht ganz so oft) und man muß auch nicht das gesamte Spiel anschauen. Wir sind nach den ersten 2 Quarters gegangen (insgesamt werden 4 x 15 min gespielt, bei Spielunterbrechung wird die Zeit angehalten), da abzusehen war, daß Brown gewinnt.

Cheerleader gab es auch, aber beeindruckender fand ich die Band. Eine komplette Kapelle mit Trommeln, Trompeten, Posaunen, ect. macht schon mehr her als ein paar Tröten oder Vuvuzelas. Ansonsten ist das Maskottchen von Brown ein (Braun)Bär namens Bruno. Vorher war es ein Esel, aber der tickte während seines ersten Spiels aus und zeigte damit seine mangelnde Eignung. Heutzutage ist der Bär ein Mensch im Plüschkostüm, aber bis in die 60er Jahre waren es lebende Braunbären. Bruno der Erste starb leider, als er neben seinem Käfig in der Biologie spielte und ein paar Chemikalien fraß. Bruno III. war unglaublich fett, hatte Angst vor Menschenmassen und flüchtete sich während eines Spiels auf einen Baum, von dem ihn die Polizei retten mußte. Bruno V. starb während eines Footballspiels an Verdauungsstörung, nachdem er in einer langen Amtszeit zum Liebling der Studenten wurde. Zur Beerdigung am nächsten Tag erschienen die Studenten in Festkleidung, die Flagge wurde auf Halbmast gesetzt und Bruno V. wurde feierlich neben dem Stadium beerdigt.

Die benachbarte University of Rhode Island (URI) hat als Maskottchen einen Widder. Nachdem Bruno VIII. während eines Spiels beinahe den Schafbock fraß, wurde es zur Tradition, daß die URI-Studenten versuchen, den Bär zu klauen. Bruno XIV. wurde entführt, aber dann nach ein paar Tagen zurückgegeben. Bei Bruno X. waren die URIs nicht ganz so erfolgreich. Der Bär war mit seiner Entführung absolut nicht einverstanden und flippte im Auto der Diebe aus, so daß diese ihn umgehend un-kidnappten. Als sie von mehreren Dekanen und der Polizei begleitet zum Zoo zurückfuhren, saßen die fünf Jungs auf dem Vordersitz und Bruno X. machte es sich auf dem Rücksitz gemütlich :mrgreen:.

Am Samstagabend ging’s dann auf eine Party (Flirt – der Name hätte mich warnen sollen), wo wir den Altersdurchschnitt ganz schön nach oben hoben. Wer über 21 ist, bekommt ein Bändchen mit 5 Fähnchen dran. Bei jedem alkoholischem Getränk wird ein Fähnchen abgerissen und wenn alle 5 weg sind, gibt es keinen Alkohol mehr. Naja, Amerika halt, aber was sich Samstag nacht auf den Straßen abspielt, ist nicht feierlich. Offensichtlich holen die Studenten in einem Jahr nach, was wir (ich)  zwischen 16 und 21 in der Disse getrunken haben. Zumindest hab ich noch nie einen Betrunkenen gesehen, der mit dem Kopf voran versucht, in ein Auto einzusteigen und dabei übersieht, daß die Tür noch zu ist :roll:.

Sonntag war ruhig; wir waren im Park, Eichhörnchen beobachten, danach noch einkaufen (ja, am Sonntag, ich böser Atheist) und abends schön kochen (verschiedene Muscheln auf Weißweinsud :razz:). Das Wetter war wieder sehr schön und warm und heute, pünktlich zum Wochenbeginn, ist es neblig und kalt. Genauso, wie es sich gehört!

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